Der Pokal strahlt rot-weiß-rot

Kultur & Events
Lisa Alzner / 20.06.2017
(c) Lisa Alzner

Der Schlusspfiff! Nein, nur Abseits. Die Ersatzspielerinnen stehen schon in den Startlöchern, ein Fuß bereits im Spielfeld, um endlich aufs Feld zu stürmen und mit dem gesamten Team zu feiern. Dann, der ersehnte Schlusspfiff. Österreich ist Fußball-Weltmeister. Klingt wie ein guter Scherz, ist es aber nicht, denn die Mädels des BORGL und der HASL St. Pölten holen sich bei der ISF-Schulweltmeisterschaft vom 21. bis zum 29.5.2017 in Prag den Titel. „Es ist ein super Gefühl“, strahlt die Stürmerin und frisch gebackene Schulweltmeisterin Magdalena Bachler. „Inmitten so vieler Nationen als Champions geehrt zu werden, wenn sogar die Mannschaft aus Deutschland bei der Siegerehrung Spalier steht, einfach unbeschreiblich.“

Das Team rund um die Trainer Christoph Panholzer und Wolfgang Luisser hatte sich bereits im Oktober 2016 mit einem 3:0 Sieg gegen das BORG Spittal an der Drau für die Schulweltmeisterschaft der Internationalen Schulsportföderation (ISF) qualifiziert. Somit hatten 18 Spielerinnen des BORGL und der HASL St. Pölten beziehungsweise des Nationalen Zentrums für Frauenfußball die Möglichkeit, sich in Prag mit Schulmannschaften aus elf anderen Nationen zu messen.

Nachdem das österreichische Team alle Gruppenspiele gewinnen und sogar den klar stärksten Gegner Deutschland mit 1:0 besiegen konnte, ging es in die heiße Phase des Turniers. „Man darf nicht überheblich werden, weil im K.O.-Modus alles so schnell vorbei sein kann, aber klar geht man als Gruppensieger mit breiter Brust und Zuversicht ins Viertelfinale“, beschreibt Magdalena Bachler im Interview. Im Viertelfinale wartete schließlich die Mannschaft aus Griechenland, die sich gegen die St. Pöltner Mädels deutlich mit 8:0 geschlagen geben mussten.

 

(c) Lisa Alzner

 

Das Halbfinale stellte die mit Abstand größte Herausforderung dar. Erneut standen die Mädels dem Team aus Deutschland gegenüber. Die Devise war klar, es musste erneut ein Sieg her und dieses Mal kam es darauf an, denn von einem Sieg in der Gruppenphase gegen den „großen Bruder Deutschland“ hat man nichts, wenn man dann im Halbfinale gegen ihn verliert. „Die müssen! Wir werden!“, die Ansprache von Trainer Wolfgang Luisser vor dem entscheidenden Spiel, Gänsehaut, Kampfgeist und Motivation pur bei den Spielerinnen. „Sicher waren wir vor dem Spiel nervös, aber genau dieses Kribbeln braucht man, um alles herauszuholen und die bestmögliche Leistung abrufen zu können“, schwärmt Magdalena und auch Trainer Christoph Panholzer erklärt: „Das erste Spiel gegen Deutschland war viel lockerer, im zweiten hatten wir dann schon ein bisschen Druck. Die Mädels waren aber voll fokussiert und so konnten wir in diesem Spiel trotz der größeren Anspannung noch bessere Leistungen bringen als im Spiel in der Gruppenphase.“ Die gute Leistung wurde belohnt, denn durch ein Tor von Laura Wienroither konnten die Österreicherinnen auch das Halbfinale mit 1:0 für sich entscheiden.

 

(c) Lisa Alzner

 

Als Favoritinnen standen sie schließlich im Finale dem Team aus Frankreich gegenüber. Vor allem durch die zwei Siege gegen Deutschland beflügelt, ließen sie auch in diesem Spiel nichts anbrennen und krönten sich zum Schulweltmeister. Auch das österreichische Team des BORG Hib-Liebenau zeigte im Bewerb der Burschen super Leistungen und konnte die Schulweltmeisterschaft mit einem sehr guten dritten Platz abschließen.

Sich unter so vielen verschiedenen Nationen als Weltmeister zu feiern und alle freuen sich mit dir, ein unglaubliches Gefühl und genau das macht die Schul-WM aus. „Es geht schon um Leistung, aber ohne Druck. Es ist ein riesiger interkultureller Austausch. Man lernt das Leben und Verhalten der anderen kennen und spürt eine ganz besondere Atmosphäre“, schildert Christoph Panholzer. Alle Mannschaften waren im selben Hotel untergebracht. Am Anfang blieben die Teams noch eher unter sich, doch spätestens mit dem Traditionsabend, an dem jede Nation ihre Kultur durch Lieder, Tänze oder Kleidungsstile präsentierte, war das Eis gebrochen und die Schulweltmeisterschaft entwickelte sich zu einem enormen multikulturellen Event. Egal ob mit Händen, Füßen, Google Übersetzer oder schlichtweg durch die Sprache des Fußballs, kommunizieren und Spaß haben konnten alle miteinander. „Die Stimmung, die gute Laune und die vielen Nationen und Kulturen auf einem Haufen werden mir sicher in Erinnerung bleiben“, erzählt Magdalena Bachler. „Und jede von uns hat jetzt einen Koffer voll getauschter Trikots aus den verschieden Ländern, die uns diese legendäre Woche sicher nie vergessen lassen werden!“

 

Unsere Youth Reporterin Lisa Alzner besucht übrigens das NÖ Leistungssportzentrum St. Pölten und trainiert auch dort.

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Jugendportal.at wurde zuletzt am 04.12.2019 bearbeitet.

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