Der Wahnsinn, der sich Studium nennt – eigene Erfahrungen und Tipps für Lebensmüde

Wissen
Valentina Weiss / 17.09.2018
uni wien

Das erste Jahr an der Uni ist geschafft! Fast ein Jahr ist es her, dass ich angefangen habe, in Wien zu studieren. Deutsch und Latein ist es nun endlich geworden, nach langem hin und her Überlegen. Was soll ich tun? Die Frage quälte mich viel zu lange. Journalismus? Medizin? Soziale Arbeit? Politik? 

Nein, es ist jetzt doch eine tote und meine Muttersprache geworden (meine Eltern sind wahnsinnig stolz auf mich). Jetzt, nach diesem ersten Jahr voller Tränen und Schweiß bin ich natürlich Experte, was das Studieren betrifft, und kann den neuen Erstis (oder, wie ich sie gerne nenne: Lebensmüden) Tipps mit auf den Weg geben, damit ihr Studienbeginn genauso scheiße wird wie meiner. 

Also zu aller erst ist es wichtig, zumindest in der ersten Studienwoche, pünktlich zu sein, da hier unzählige organisatorische Dinge geklärt werden. Also wenn eure U-Bahn-App sagt, dass ihr 20 Minuten von eurem Wohnsitz zur Uni braucht, fahrt ihr natürlich genau 20 Minuten, bevor die Lehrveranstaltung anfängt, weg. Denn natürlich kennt ihr euch schon so gut aus an der Uni, dass ihr auf Anhieb wisst, wo Hörsaal 33 ist. Und da ihr aus einem kleinen Kuhdorf kommt, wisst ihr natürlich, dass die Straßenbahnen und U-Bahnen nur auf euch warten und so gut wie nie mit Verspätungen zu rechnen ist. 

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Wenn ihr also viel zu spät und total verschwitzt und abgehetzt in eurem Hörsaal ankommt, setzt euch unauffällig hin und versucht möglichst nicht, eure Federschachtel hinunterzuschmeißen, damit sich der ganze Hörsaal zu euch umdreht. Generell: Verwendet keine Federschachtel mehr, wir sind nicht mehr in der Volksschule! 

(Und nun ein Tipp für alle Trottel, die Latein studieren wollen: Egal, was passiert, setzt euch im Hörsaal 21 nie weiter zurück, als in die fünfte Reihe! Außer ihr kommt grad vom Wellnessen und hattet keine Zeit mehr für die Sauna. Dann könnt ihr das hier nachholen. Exkurs Latein Ende.)

Nun ein Tipp für alle, die Deutsch oder andere Massenstudien studieren (Danach gibt’s wieder allgemeine, nützliche Tipps, versprochen): Es reicht vollkommen, kurz bevor die Lehrveranstaltung, die eine Infoveranstaltung für alle Erstis sein soll, anfängt, dort zu sein. Denn Germanistik ist keineswegs ein Massenstudium und Deutsch – Lehramt - Studierende gibt es nicht wie Sand am Meer. Wenn ihr also hinkommt, gibt es noch genug Sitzplätze für euch. 

Sehr förderlich ist es außerdem ein Handy zu haben, auf dem ihr alles nachschauen könnt, welche Lehrveranstaltungen ihr zu welcher Zeit habt, denn – Newsflash- die Uni Wien arbeitet jetzt mit Internet. Weniger förderlich ist es, kein Datenvolumen mehr zu haben und nicht wissen, wie man das WLAN an der Uni aktiviert (Da das ein Ratgeber sein soll, würde ich euch jetzt gerne sagen, was in solch einem Fall zu tun ist, aber tatsächlich weiß ich es nicht mehr. Am besten, ihr wendet euch an eine kompetente Person.)

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Wichtig ist es außerdem, ein Handy zu haben, dessen Weckfunktion einwandfrei funktioniert. Oder – ganz retro- einen Wecker zu haben (das ist so eine Art Uhr, bei der man einen Alarm einstellen kann, damit man rechtzeitig aufwacht – total magisch!) Es kann nämlich mitunter dazu kommen, dass euer Handywecker nicht klingelt und ihr statt um 6:15 um 9:15 aufwacht. Und dann natürlich (und das in der ersten Studienwoche – „Im ersten Semester gehe ich noch in alle Vorlesungen“) gleich zwei wichtige Vorlesungen verpasst und den Rest des Semesters keine Ahnung habt, was das eigentlich für eine Veranstaltung ist, die ihr da nicht besucht. 

Wenn ihr diese Tipps also brav befolgt, steht einem ruhigen Studienabbruch nichts mehr im Wege. Ich hoffe, ich konnte allen helfen. Nicht. 

 

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Jugendportal.at wurde zuletzt am 11.12.2018 bearbeitet.

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