Ein Jahr für die Umwelt

Meine Skills, Meine Zukunft
Sarah Schreiter / 02.08.2021
FUJ-Lehrgang

Im Gap-Year oder als Zivildienstersatz ein Zeichen für Nachhaltigkeit, Umwelt, Naturschutz oder Entwicklungszusammenarbeit setzen. Das freiwillige Umweltjahr als Sprungbrett für den Umweltbereich.

Endlich ist die Schule aus und man hat einen Abschluss in der Tasche. Doch wie geht es weiter? Als junger Mann fällt einem diese Frage oft leicht, denn der Wehr- bzw. Zivildienst ist verpflichtend. Doch nicht alle wollen zum Bundesheer und auch nicht jede Frau gleich nach der Matura ins Arbeits- oder Studentenleben.

Wie es klingt, stattdessen seinen Interessen nachzugehen und gemeinnützig zu arbeiten, erzählt Oskar Münstermann.

Freiwilligenarbeit als Zivildienstersatz

Nach seiner AHS-Matura absolviert er derzeit ein zehnmonatiges Freiwilliges Umweltjahr (FUJ) als Zivildienstersatz beim Alpenverein Gebirgsverein, einer von über 50 gemeinnützigen FUJ-Einsatzstellen in ganz Österreich. Beworben hat sich Oskar hierfür zuerst bei der Jugend-Umwelt-Plattform JUMP, welche seit 2012 als Trägerorganisation für das Freiwillige Umweltjahr fungiert. Ein FUJ steht unter den Rahmenbedingungen des Österreichischen Freiwilligengesetzes. Oskar bekommt für 34 Arbeitsstunden pro Woche nicht nur ein Taschengeld von EUR 240,- (exklusive Verpflegung & Anfahrt), sondern auch weiterhin die Familienbeihilfe und ist kranken-, haftpflicht-, pensions- und unfallversichert. Natürlich hat er auch Anspruch auf Freistellung (=Urlaub). Als Goodie obendrauf nutzt er ebenfalls eine kostenlose ÖBB-Vorteilscard.

Für ein Freiwilliges Umweltjahr muss man mindestens 18 Jahre alt sein. Es dauert 6 bis 12 Monate lang und startet meistens im Herbst. Um es sich wie Oskar als Zivildienstersatz anrechnen lassen zu können, sind mindestens 10 Monate zu absolvieren.

Anders als beim Zivil- oder Wehrdienst wird man im Freiwilligen Umweltjahr nicht einfach einer Organisation zugeteilt. Über JUMP bewarb sich Oskar deshalb bei drei Einsatzstellen seiner Wahl und begann schließlich im November 2020 mit seinem FUJ beim Alpenverein Gebirgsverein.

Oskar im Umwelt-Einsatz

Ein Arbeitstag für Oskar ist geprägt von Naturschutz und Umweltbildung. Themen, für die er sich schon immer begeistern konnte.

Die hauptamtlichen Mitarbeiter des Vereins und hunderte Ehrenamtliche helfen mit ihrer Tätigkeit dabei, wichtige alpine Infrastrukturen wie Hütten und Wege zu erhalten, sowie ein positives und sicheres Bergerlebnis zu schaffen.

Bild: Oskar Münstermann
Oskar auf seiner Einsatzstelle.

Oskar unterstützt in seinem FUJ die verschiedenen Referate seiner Einsatzstelle. Dabei übt er Tätigkeiten im Skiverleih, bis hin zur Kundenbetreuung und Bestückung der Social-Media-Kanäle aus. Doch auch das sehr wichtige projektbasierte Arbeiten kommt nicht zu kurz.

In den letzten Monaten war der junge Mann am Aufbau des vereinseigenen Naturschutzteams beteiligt. Dieses besteht mittlerweile aus mehreren engagierten Personen, welche durch verschiedenste Aktionen und Awareness-Kampagnen vor allem am Berg für mehr Einklang mit der Natur sorgen wollen.

Durch sein freiwilliges Umweltjahr hatte Oskar nicht nur die Möglichkeit im Umweltbereich Fuß zu fassen und ein fixer Teil des Teams des Alpenverein Gebirgsvereins zu werden, sondern auch sich selbst weiterzuentwickeln und wichtige Skills für sein späteres Berufsleben zu erwerben. Zusätzlich zur Arbeit in der Einsatzstelle half ihm dabei der parallellaufende Umweltlehrgang von JUMP.

Der Lehrgang zur Umwelt

Aufgrund der vielen unterschiedlichen Einsatzstellen, unterscheiden sich auch die im Freiwilligen Umweltjahr auszuübenden Tätigkeiten voneinander. Ob bei den österreichischen Bundesgärten, dem Nationalpark Hohe Tauern oder dem Klimabündnis Niederösterreich, jede gemeinnützige Organisation hat individuelle Aufgaben für ihre FUJ-Teilnehmer.

Bild: Fabian Kuzmic

Gemeinsamkeiten gibt es trotzdem. Vor allem im Umweltlehrgang, welchen jeder FUJ-Teilnehmer verpflichtend besuchen muss. Für die insgesamt sechs Seminare (20 Tage) des Lehrgangs werden die Teilnehmer von ihrer Arbeit auf den Einsatzstellen freigestellt und erhalten stattdessen wichtige Einblicke in die Umweltszene. Neben Schwerpunkten wie Medienkompetenz oder Onlinekommunikation, erarbeiten die jungen Erwachsenen ihr eigenes Jugendumweltprojekt und üben sich in Selbstreflexion und Teambuilding. Sie erhalten Hilfestellung bei der Berufsorientierung und Persönlichkeitsbildung. Wer später auf der Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik studieren möchte, kann sich den Umweltlehrgang sogar mit 7 ECTS-Punkten anrechnen lassen.

Klingt toll, oder? Die Nachfrage und das Interesse an einem FUJ steigt auch stetig. Für das Jahr 2021/22 erwartet JUMP erstmals 100 freiwillige Teilnehmer in vier parallelen Lehrgangsgruppen. Die Rahmenbedingungen des Freiwilligen Umweltjahrs und des Umweltlehrgangs entwickeln sich dabei immer weiter.

Oskar möchte die Erfahrungen welche er durch sein Freiwilliges Umweltjahr gemacht hat nicht mehr missen. Ab Herbst fängt der junge Mann an zu studieren, trotzdem will er sich weiter im Naturschutzteam des Alpenverein Gebirgsvereins engagieren. Er hat im Zuge seines FUJs viele gleichgesinnte, motivierte Leute kennengelernt und einen guten Überblick über den Umweltbereich bekommen. Er selbst meint, dass er nun gestärkt in die Zukunft blickt.

Wer nun selbst Interesse für ein Freiwilliges Umweltjahr entwickelt hat oder mit seiner gemeinnützigen Organisation zur FUJ-Einsatzstelle werden will, kann sich auf der offiziellen Website der Jugend-Umwelt-Plattform JUMP weiter informieren. Es gibt auch noch Restplätze für das Jahr 2021/22!

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Jugendportal.at wurde zuletzt am 25.10.2021 bearbeitet.

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