Ein Kinderspiel: Die Child in the city world conference

Kultur & Events
Anna Egger / 01.10.2018
Presseausweis child in the city

Eigentlich geht es  bei der – Achtung Luft holen! – „9th Child in the City World Conference“ um mehr als um Kinder und Städte. Es geht um den Wechsel von Perspektiven und Inspiration, um „gender competence“ und "the power of design“. Die ersten Aspekte erklären sich von selbst, wirft man einen Blick auf die TeilnehmerInnenliste: Über 350 Delegierte aus 47 Nationen. Und alle treffen sie im Wiener Rathaus bei Kaffee und Sachertorte zusammen. Oder bei Liptauerbroten und Wein, denn Wien zeigt sich vom 24. bis zum 26. September von seiner besten (und kinderfreundlichsten!) Seite.

Deswegen geht es auch hinaus, um die lebenswerteste Stadt der Welt zu erkunden. Nach Aspern, ins Nordbahnviertel oder ins Flash Girls Café, ein Jugendzentrum speziell für Mädchen. Männer und Hunde müssen draußen bleiben, Lesben und Transgender nicht. Denn im ehemaligen Schnitzelhaus, gibt es neben Dance-Battles und vielen Sprachen auch „gender sensibility“. Magdalena und ihre Kolleginnen freuen sich über Mädels, die sensibilisiert sind UND aktiv handeln. Gender-kompetent eben.

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Das Flash Girls Café

Zurück im Rathaus folgen die ersten Keynote-Speakers. Ankita, urbane Designerin aus Indien, klärt uns über die Bedeutung von Straßen auf und spricht über die Verantwortung, die urbane ArchitektInnen haben. 500 Kinder sterben weltweit täglich, weil sie in Autounfälle verwickelt sind. Doch Schuld tragen nicht nur die FahrerInnen, auch das Design ist verantwortlich. Straßen können nämlich kinder-feindlich, unübersichtlich und grau sein  – Müssen Sie aber nicht. „The power of design“ lautet das Schlagwort und die Umsetzung ist ein Kinderspiel: Mit Farbe den Asphalt bunt anmalen, Bänke aufstellen, Bäume pflanzen, Markierungen anbringen. Ankitas Projekte schaffen weltweit quirlige, inspirierende Räume, in denen Kinder sich sicher fühlen. Denn nur eine Stadt, wo man spielende Kinder sieht, ist eine gesunde Stadt.

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Ali Mahlodji, europäischer Jugendbotschafter, persischer Österreicher und wunderbarer Geschichtenerzähler, spricht über eine Kindheit. Zwei Dinge sollte man wissen: Erstens, als Schüler hatte er eine brillante Idee. Er wollte ein Buch kreieren, in dem alle Menschen der Welt dieselben Fragen beantworten. In einer Welt ohne Internet lächerlich. Das versuchten ihm auch seine LehrerInnen beizubringen, wenn sie ihn nicht gerade nach seinen Plänen für später ausfragten. Doch – zweitens -, wie die meisten SchülerInnen weiß Ali nicht welchen, Beruf er ergreifen will. Einen Schulabbruch, vierzig Jobs und die Erfindung des Internets später, ist es soweit – der Mann mit dem unaussprechlichen Nachnamen kreiert die App Whatchado. Ein Tool, für alle, nicht wissen, was sie in ihrem Leben machen wollen. Watchado zeigt, dass das nicht nur Ali auf Umwegen zu seinem Job gelangt ist, den meisten ergeht es so. Obwohl die Schule uns lehrt, dass das Leben wie eine gerade Linie verläuft, tut es das nicht. Die Linie hat Zacken und Kurven und ähnelt mehr einem Wollknäuel. Doch die gebildeten Erwachsenen bringen den Kindern noch mehr Unsinn bei. „Die Fenster von Häusern sind eckig - nicht rund!“ erklären sie den Kleinen, die nun zum letzten Mal ein Fantasiehaus gezeichnet haben. Währenddessen bekommen Erwachsene, die runde Türen und Fenster kreieren, einen Oscar – so wie der Film Lord of the Rings. Alis Botschaft: Every child has a story. Glaubt also an Kinder, ihre Träume und schätzt ihre Kreativität.

Aber das ist nur ein Aspekt. Kinder in Städten stehen verschiedenen Problemen gegenüber. Nicht jedes Kind hat das Glück, in einer lebenswerten Stadt aufzuwachsen. Ein Recht darauf hat es schon.

Wer sich noch mehr für Kinderrechte und -bedürfnisse in urbanen Räumen interessiert, findet Infos auf www.childinthecity.org/2018

Ins Flash geht’s auf diesem Weg: www.jugendzentren.at/standorte/flash

Zu den Whatchado Job Stories am Jugendportal geht's hier

 

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Jugendportal.at wurde zuletzt am 04.12.2019 bearbeitet.

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