Israel Tag 1: Freundliche Stadt, herzliche Menschen und ein warmes Willkommen

Youth Reporter in Israel
Anna Morandini / 26.10.2017
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Youth Reporter bei Straßeninterviews

Warum Straßeninterviews in Israel einfach mehr Spaß machen und welche Tiere man am Tel Aviver Rothschildboulevard trifft. Von unserer Anreise nach Israel und den ersten Eindrücken im Land. 

 
6.30, Wien, 9.Bezirk. Das Abenteuer beginnt wie alles, das um 6.30 beginnt – etwas unausgeschlafen. Aber schon beim Frühstücksmüsli ist sie wieder da – die Euphorie, die Vorfreude, die unbändige Neugier auf etwas gänzlich Neues. Auf eine Reise in ein aufregendes, fremdes Land. Ein Land, das nicht in Europa liegt, Ende Oktober noch an der 30 Grad Marke kratzt und Hebräisch und Arabisch zu seinen Amtssprachen zählt. Ein Land, das man in den Nachrichten wohl eher von Nahostkonflikt und Terroranschlägen kennt, das aber so viel mehr ist, als nur das. Einer der heiligen Orte dreier Weltreligionen mit Jerusalem, der tiefste und salzigste Punkt der Erde im roten Meer, das hippe Tel Aviv und nicht zuletzt Falafel und Humus. 
 
 
9.55, Wien Schwechat, Flughafen. Eine S-Bahnfahrt, eine Sicherheitskontrolle und etliche Selfies später stehen wir am Gate für den Flug nach Tel Aviv. Aufgeregt, gespannt und ein wenig nervös. Wir fünf, achtzehn- und neunzehnjährige Youth Reporter, die wir unser Glück der Israel Reise im kalten österreichischen Spätherbst noch immer kaum fassen können, und unsere drei Reiseorganisatorinnen vom Jugendportal. Gesprächsthema ist natürlich Israel und unsere dortigen Aufgaben – von der Übernahme des Jugendportal-Instagram-Accounts und den passenden Hashtags, über die Action-Cam, die geplanten Interviews und dem Botschaftsempfang bis hin zu den Hostels und dem Meer.
 
 
11.40, irgendwo zwischen und über dem kosovarischen Pristina und dem Mittelmeer. Im Flugzeug werden wir mit Orangensaft, Gemüsecurry und einem Früchtemix verwöhnt. Jetzt ist es Zeit, die Kameras zu testen, den Alltag in Österreich in letzten Gesprächen hinter sich zu lassen und mental in Israel anzukommen. All das, ehe mit dem Landeanflug für uns die Aufgabe des Filmens von Tel Aviv kam - mit seinen exotischen Sanddünenwüsten und dem anziehenden, blauen Meer. Nach dem Aussteigen geht es zur Einreisekontrolle, wo wir nach einer längeren Warteschlange und einem Gespräch zu den Gründen unseres Aufenthalts ein Visum erhalten und das Land offiziell betreten.
 
 
18.30, Rothschild Boulevard, Tel Aviv. Nach einer Stunde Zeitverschiebung, einer Taxifahrt zu unserem Hostel und einer kurzen Organisations-Pause dort, treffen wir uns unter den wunderschönen, südländischen Bäumen des wohl bekanntesten Boulevards Israels. Hier rauscht der Verkehr links und rechts unter Gehupe und Getöse vorbei, über uns kreisen Flugzeuge im Landeanflug über Tel Aviv und die Hochhäuser ragen wie in einem unausgesprochenen Wettkampf gen Himmel. Dazwischen immer wieder die niedrigen, schlichten, hellen Häuser im Bauhausstil. Dazwischen: wir, die Touristen, die Israelis, die Radfahrer, die Katzen und die Kakerlaken Tel Avivs. Es wird schnell dunkel, hier in der Nähe des Äquators, aber es ist ein lauer Abend bei 23 Grad. Was für ein schöner Empfang dieser entspannten Stadt und ihrer rund 500.000 Einwohner. 
 
 
19.00, noch immer am Rothschild Boulevard, Tel Aviv. Wir sind ja nicht (nur) zum Urlauben hier, sondern auch um unsere journalistischen Künste auszuprobieren und zu verbessern. Und deshalb gibt es für uns hungrigen, von der Reise schon ein wenig ermüdeten „Reisejournalisten“ auch gleich die erste Aufgabe. Straßeninterviews zum Thema Tel Aviv sollen gefilmt werden. Mit gewissen Zweifeln beginnen wir dieses Projekt, haben wir doch schon in Wien nicht nur positive Erfahrungen damit gemacht – nicht jeder lässt sich gerne von Fremden auf der Straße befragen oder sagt ihnen auch nur freundlich ab. Doch hier ist alles anders. Hier, wo Jung und Alt am Boulevard flaniert, finden wir reichlich Ansprechpartner für unser Interview. Alle hören uns zu, kein einziger wird uns heute eine Absage erteilen. Wir enden mit einem russischen Interview (für welches wir noch auf der Suche nach einem/r ÜbersetzerIn sind) und mehr als genügend brauchbaren Englischen. „Tel Aviv ist eine Stadt in der man sein kann wer man ist – egal wer man ist. Die Leute hier sind total offen und man kann mit jedem reden. Es ist einfach eine tolle Stadt zum Leben“, ist wohl die Grundaussage unserer Interviews. Und auch zum Thema Österreich ernten wir nur positive Antworten – von den Alpen, über das Essen bis hin zu Wien. 
 
 
21.00, Allenby Street, Tel Aviv. Zeit den Abend und die vielen Eindrücke bei einer Pizza auf den belebten Straßen der Stadt ausklingen zu lassen. Müde sind wir, durstig aber vor allem voller schöner Impressionen. Den Kopf voll Gedanken, die es erst zu verarbeiten und in Worte zu fassen gilt. Daher sitzen wir nach einem Wassereinkauf im am:pm, dem vierundzwanzig-Stunden Supermarkt Israels mit sympathischer Verkäuferin, die uns in unserer Unkenntnis der israelischen Schekel-Münzen hilft und von ihrer Tochter in Wien erzählt, auch noch im Hostelaufenthaltsraum zusammen. Um die Bilder auf Speicherkarten zu packen. Um die Erfahrungen in Sätze zu formen. Um einen Tag in Ruhe ausklingen zu lassen, voller Vorfreude auf den nächsten. In diesem herzlichen Land.  

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