Sind Märchen zu alt für uns?

Leben
Nicole Oirer / 27.08.2018
Märchen

Märchen. Die heile Welt rund um Prinz und Prinzessin, Heldentaten und die wahre Liebe hat uns doch alle in ihren Bann gezogen. Wir alle sind mit Märchen aufgewachsen und haben sie immer geliebt. Nun, woran man also den schmalen Grad zwischen Kind und Erwachsenen erkennt? Plötzlich werden diese magischen Fantasiewelten unrealistisch. Die große Liebe finden? Pfffff, Traumprinzen werden überbewertet. So denkt man zumindest in der ersten „Ich bin zu alt für Märchen“-Phase.

Die Wahrheit? Wir sind nie zu alt für Märchen, aber werden die Märchen vielleicht zu alt für uns? Man stellt sich immer öfter die Frage: Sind Märchen noch zeitgemäß? Heutzutage scheinen doch die meisten Märchenhandlungen veraltet und verbesserungsbedürftig. Die böse Stiefmutter ist im Jahr 2018 eifersüchtig, weil Schneewittchen mehr Likes hat. Dornröschens Königreich wird nicht durch den Fluch auf dem Spinnrad lahmgelegt, sondern durch einen Computervirus. Der Wolf konnte Rotkäppchens Großmutter nie fressen, da er dank moderner Technologie nie ins Haus kam. Und Cinderella? Die hat den Prinzen beim Speed-Dating getroffen.

Wenn ich nun also diese ganzen neuen Ideen für die Märchen lese, komme ich ins Grübeln. Es sind nicht mehr die Geschichten mit denen ich aufgewachsen bin. Bleibt also doch noch immer die Frage im Raum stehen: Sind Märchen denn überhaupt noch zeitgemäß?

Die Antwort darauf ist ganz einfach:  Ja, sind sie. Auch wenn sie teilweise etwas altmodisch klingen, sie vermitteln auch nach wie vor noch einige wichtige Dinge für unsere Kinder. Der Froschkönig bringt den Kindern bei, dass man Versprechen halten muss, die sieben Zwerge lehren uns Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft und einmal die sieben Geißlein und Rotkäppchen gelesen, traut sich kein Kind mehr, unartig zu sein.

SoziologInnen und Eltern sind sich einig: Kinder brauchen Märchen. Sie regen die Fantasie an, lehren ihnen bald die Unterscheidung von Gut und Böse und sind wichtig für die Entwicklung des Kindes. Oder, um eine Mutter zu zitieren: „Lasst doch den Kleinen, solange es geht, ihre Träume!“

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Jugendportal.at wurde zuletzt am 14.11.2019 bearbeitet.

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