Urlaub in Slowenien - Top oder Flop?

Reisen
Hannah Dahl / 05.09.2019
Blick über das Meer zur Altstadt bei Sonnenuntergang

Felsige Klippen, die ins hellblaue Wasser ragen, natürliche Steinstrände und idyllische Küstenstädte, deren Gassen vom Geruch gebratenen Fisches und fröhlichen Gitarrenklängen durchzogen sind - erster Gedanke: Kroatien. Für die urlaubsreifen WienerInnen, die sich weder auf einem italienischen Strand nebst hundert anderen TouristInnen in der Sonne brutzeln lassen noch unbedingt auf die Strapaze einer langen Fahrt nach Frankreich einlassen möchten, ist das Land das perfekte Urlaubsziel. Was die meisten nicht vermuten ist, dass sie sich gut 4 der 8 (wenn nicht 5 der verkehrsbedingten 10) Stunden im Auto sparen könnten.

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Der Vorschlag meiner Mutter kam recht spontan, als wir debattierten, auf welcher Route nach Kroatien wir am meisten Stau vermeiden würden. „Wieso fahren wir eigentlich nicht nach Slowenien?“ Was zuerst auf Unwilligkeit stieß („Hat Slowenien überhaupt einen Meerzugang?!“), wurde mit Begeisterung aufgenommen, als wir schließlich durch Google Maps auf Fotos der slowenischen Küste stießen. Nicht schlecht, nicht schlecht. Und nur viereinhalb Stunden von Wien entfernt. Plötzlich ging es zack auf zack: Reiseführer geliehen, Air B&B gebucht, Koffer gepackt und abgefahren. Zielort: Corte, ein idyllischer kleiner Ort in der bewaldet-hügeligen Landschaft unweit des Meeres, von dem aus die Küstenstädte Piran, Izola und die bekanntere Partystadt Portoroz in 10 bis 20 Minuten Fahrzeit erreichbar sind.

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Ausflugsziele an der slowenischen Küste

Nach der mehrstündigen, heißen Autofahrt war der erste Gedanke natürlich „Ab ins Meer!“. So wurde der erste Abend prompt in Izola verbracht, wo die gute Zugänglichkeit des Strandes zwar praktisch war, aber auch viele andere TouristInnen anlockte. Was sofort auffiel: es gab viel weniger Seeigel als in Kroatien, auch das Wasser war (zu meiner großen Erleichterung) merkbar wärmer. Der Steinstrand machte allerdings liegen und sitzen recht unangenehm (Sitzkissen und Matten sind auf jeden Fall empfehlenswert). Nach dem Baden pilgerten wir zum Eissalon. Der Verkäufer war sehr nett, verlangte aber für zwei Kugeln Eis vier Euro. Dieser Preis begegnete uns in Slowenien recht oft, dafür waren die Kugeln aber auch deutlich größer als unsere (mehr als zwei würde ich mir nicht bestellen). Als leidenschaftliches Zuckermäulchen habe ich während unseres Aufenthaltes die meisten Sorten gekostet, Fazit: Zitrone ist mit Abstand am besten, gefolgt von Schokolade, Haselnuss und Nutella. Obwohl ich sonst nicht besonders gerne Zitroneneis esse, habe ich die Sorte in Slowenien wirklich oft bestellt. Ob es die Hitze und das Meer oder vielleicht doch der besondere Geschmack des slowenischen Eises war, die mich zu diesem Heißhunger veranlassten, kann ich nicht genau sagen.

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Die nächsten Tage verbrachten wir vor allem an zwei Orten: der Stadt Piran und dem Naturreservat Strunjan, wo wir die Küste nach weniger besuchten Badestellen erkundeten. Wir wurden auch bald fündig. Geht man von der touristischen Strandpromenade des Ortes Richtung Izola, gelangt man entlang einer schroffen Felsenwand bald in den FKK Bereich. Geht man von hier aus weiter, offenbart sich bald die wahre Schönheit des Naturparks. Man kann dem (teils nur aus Trampelpfaden) bestehenden Weg beliebig lange folgen, er führt über mehrere beeindruckende Klippen bis zum „Moon Bay“, dem Herzstück des Naturreservats. Das Schwimmen selber war aufgrund der Wassertemperatur und der Wellen sehr angenehm, auch wenn man die ein oder andere Qualle sichtete (Zeichen für gute Wasserqualität).

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Von den Küstenstädten, die wir in Slowenien besuchten, gefiel mir definitiv Piran am besten. Da die Stadt im Vergleich zu anderen wie Izola oder Portoroz weder besonders überlaufen noch touristisch ausgelegt ist (keine wilden Volksmusikfestivals wie wir sie in Izola erlebten) eignet sie sich perfekt für Nachmittags- und Abendspaziergänge. Nebst mehreren wunderschönen Kirchen, der Aussichtsplattform bei der Sankt Georg Kathedrale und einer imposanten Stadtmauer, deren Besichtigung sich auf jeden Fall lohnt, hat die Stadt auch kulinarisch viel zu bieten. Für die BoutiquenbummlerInnen gibt es auch sehr viel zu finden, von Schmuck bis hin zu nachhaltiger Mode, auch mehrere Museen laden zum verweilen ein.

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Was in Anbetracht des Schuljahresbeginns eine bittere Erinnerung an die Schönheit des Sommers zu sein scheint, soll aber auch die Lust auf verlängerte Wochenenden und Herbstferien in Slowenien wecken. So schön es auch ist, im Meer zu baden - allein der Stimmung wegen lohnt sich die Reise!

Felsen und Kiesstrand
Blick von oben auf einen Wanderweg am Meer entlang
Blick von oben über die Altstadt
Arkadenhof eines alten Gebäudes
Arkadenhof eines alten Gebäudes
Detailaufnahme eines Felsens
Blick von oben über die Altstadt
Hotel Piran am Hafen
Blick von oben über die Altstadt - Detailaufnahme

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Jugendportal.at wurde zuletzt am 14.11.2019 bearbeitet.

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