Diskriminierung, Hass und Gewalt gehen oft Hand in Hand – die Grenzen von einem zum nächsten verschwimmen oft.
Was ist eigentlich Hate Speech?
Als Hassrede (oder hate speech auf Englisch) bezeichnet man Äußerungen, die zu Hass anstiften, verhetzen und/oder für bestimmte Gruppen verletzend oder beleidigend sind. Hasspostings sind aggressive, provozierende Postings im Internet.
Dazu gehören:
- die Verbreitung von nationalsozialistischem Gedankengut und Wiederbetätigung,
- Antisemitismus,
- Anti-Islamismus
- Darstellung von Gewalt
- Bedrohung und Beleidigung
Hassrede kann in allen Medien (digital und analog) im öffentlichen Raum in Wort und Bild stattfinden
- Digitale Medien, also alles, was im Internet, auf Social-Media-Kanälen, in Chat-Gruppen, E-Mails, Podcasts, DVDs, Audiobooks, Newsletter und vergleichbaren digitalen Medien passiert.
- Analoge Medien sind zum Beispiel: Zeitungen, Magazine, Bücher, Flyer, Handzettel, Vinyl-Schallplatten, Audiokassetten/Tapes, Poster, Plakate, Graffiti und vergleichbare analoge Medien.
- In Wort und Bild bedeutet: gesprochene und geschriebene Worte, Symbole, Darstellungen auf Fotos und in Videos, Audiodateien, Radio, Podcasts, gezeichnete Bilder, Karikaturen uvm.
Ist Hassrede strafbar?
Hasspostings im Internet erfüllen oft einen rechtlichen Straftatbestand (oder gleich mehrere Straftatbestände) und sind somit gerichtlich strafbar.
Egal ob auf der Straße oder auf dem Handy: Es macht rechtlich keinen Unterschied, wo ein Delikt begangen wird!
Hass im Netz anzeigen: Gesetzespaket Hass im Netz
Bei vielen Übergriffen kann es sich um echte Straftaten handeln, die du anzeigen kannst.
Seit 1. Jänner 2021 gibt es ein neues Gesetz in Österreich, welches im Besonderen einen effektiveren Schutz vor Hasspostings sicherstellt.
Vereinfacht gesagt geht es darum, dass die rechtliche Definition von Hasspostings erweitert wurde und es ab sofort für Betroffene leichter ist, Hasspostings anzuzeigen und eine Löschung von Postings zu erwirken.
- Hier erfährst du mehr über das Gesetzespaket Hass im Netz (Bundesministerium für Justiz)
- Infos zum neuen Gesetzespaket Hass im Netz in leicht verständlicher Sprache (No Hate Speech Komitee Österreich)
Hass im Netz und Vorfälle auf der Straße melden: Stellen für Beratung und Dokumentation
Wenn du dir unsicher bist, wie du vorgehen kannst, gibt es viele engagierte Beratungs- und Dokumentationsstellen. Vielleicht bist du auch selbst nicht direkt von einem Posting betroffen, aber du möchtest einfach nur etwas tun! Es ist in jedem Fall wichtig, Übergriffe zu dokumentieren. Diese Meldestellen beraten dich kostenlos und sind für dich da.
Beratungsstelle gegen Hass im Netz (ZARA - Zivilcourage & Anti-Rassismus-Arbeit)
Beratungsstelle gegen Rassismus (ZARA - Zivilcourage & Anti-Rassismus-Arbeit)
Meldestelle NS-Wiederbetätigung (Bundesministerium für Inneres)
Antisemitismus Meldestelle (IKG Wien)
Dokustelle Islamfeindlichkeit und antimuslimischer Rassismus. Sachverhalte können in vielen unterschiedlichen Sprachen gemeldet werden.
Mauthausen Komitee (MKÖ): Rechtsextreme Vorfälle kannst du beim MKÖ melden.
Ban Hate App (Antidiskriminierungsstelle Steiermark): Melde Hasspostings oder Hassverbrechen in wenigen Schritten mit der Ban Hate App.
Stoppt die Rechten: Dank dieses Vereins kannst du mit einem einfachen Formular Vorfälle und Sachverhalte melden: Nazi-Graffiti, Beschimpfungen, Abzeichen, Hitlergruss, Holocaust-Leugnungen uvw.
Stopline (ISPA): Meldestelle gegen sexuelle Missbrauchsdarstellungen Minderjähriger und nationalsozialistische Wiederbetätigung im Internet
Safer Internet (ÖIAT): Tolle Infos und Beratung für den sicheren Umgang im Netz, von Fake News über Privatsphäre bis zu Hass im Netz.
Kenn dein Recht (Jugendportal)
Quellen für diese Seite: oesterreich.gv.at, nohatespeech.at, jugendportal.at, BMJ
Egal ob am Handy oder auf der Straße: Hass und Gewalt sind nie okay!
Fakten über Rassismus in Österreich
- Im Jahr 2024 hat der Verein Zara insgesamt 1.647 Meldungen von Rassismus in Österreich dokumentiert und bearbeitet. 61 % davon betreffen Online-Rassismus (Quelle: Rassismus Report 2024, ZARA)
- Die ideologischen Quellen von Hass im Netz sind hauptsächlich rassistisch motiviert. (Quelle: Hass im Netz Bericht 2024, ZARA)
- Seit dem terroristischen Angriff auf Israel durch Hamas am 7. Oktober 2023 verzeichnet die Israelische Kultusgemeinde Wien einen starken Anstieg von antisemitischen Vorfällen in Wien. (Quelle: ORF)
- Die Dokustelle Islamfeindlichkeit verzeichnete im Jahr 2024 1.336 Fälle von antimuslimischem Rassismus in Österreich.
Weiterführende Informationen
No Hate Speech Komitee Österreich
Hass im Netz Bericht 2024 (ZARA)
Rassismus Report 2023 (ZARA)
Lagebericht Hate Crime 2022 (Bundesministerium für Inneres)