Junge Frau sitzt am Strand bei Sonnenuntergang, Den Kopf auf Hände und die Knie gestützt. Sie wirkt traurig.

In jedem Leben gibt es mal Probleme oder Krisen. Manchmal wird es ohne fremde Hilfe wieder besser, manchmal helfen Gespräche mit nahestehenden Menschen. Und manchmal macht es Sinn, eine Therapie zu machen.

Doch was genau ist eigentlich Psychotherapie? Wie kommt man dazu? Was kostet das? Und gibt es das auch gratis?

Psychische Gesundheit und Hilfe bei Problemen

Es kann viele Gründe geben, warum Menschen sich dazu entschließen, eine Psychotherapie in Anspruch zu nehmen.

Manche Menschen möchten einfach sich selbst besser kennen lernen und an größeren und kleineren Problemen arbeiten, um besser damit umgehen zu können.

Gründe für eine Psychotherapie

Hilfreich ist eine Psychotherapie auf jeden Fall dann, wenn du seit längerer Zeit an einem oder mehreren der folgenden Probleme leidest:

  • Du fühlst dich krank oder hast Schmerzen, ohne dass die Ärztin bzw. der Arzt einen Grund dafür findet.
  • Du hast Angst oder Panik ohne ersichtlichen Grund.
  • Du hast in gewissen Situationen Angst, z. B. in engen Räumen, im Kontakt mit Mitmenschen oder bei Prüfungen.
  • Du hast Schlafstörungen.
  • Du wirst von Gedanken geplagt, über die du dich nicht zu sprechen traust (z. B. Scham- oder Schuldgefühle, Hassgefühle, das Gefühl, verfolgt oder fremdbestimmt zu werden...).
  • Du fühlst dich erschöpft, lustlos, antriebslos oder überfordert.
  • Du findest keine Freude am Leben.
  • Du bist ständig sehr traurig oder fühlst dich einsam.
  • Du befindest dich in einer belastenden Situation, z. B. Scheidung der Eltern, Tod einer geliebten Person, schwere Krankheit, Unfall oder Arbeitslosigkeit.
  • Du hast immer wieder Schwierigkeiten im Umgang mit anderen Menschen.
  • Du bist süchtig nach Alkohol, Drogen, Essen oder Spielen.
  • Du fühlst dich gezwungen, ständig dasselbe zu denken oder tun (z. B. Hände waschen).
  • Du hast Angst vor Entscheidungen.

Wie lange dauert eine Psychotherapie?

Bei einer Therapie geht man einmal die Woche, je nach Problem und Methode auch öfter oder seltener, in die Praxis eines Psychotherapeuten/einer Psychotherapeutin. Dort kann man über alle Probleme reden und der Therapeut/die Therapeutin hilft dir, damit es dir wieder besser geht.

Manchmal dauert das ein paar Wochen, manchmal auch einige Monate oder Jahre. Das kommt auf die Art des Problems und auf die Methode der Psychotherapie an.

Wie kommst du zu einer Psychotherapie?

Eine Psychotherapie-Stunde kostet normalerweise zwischen EUR 70,- und EUR 150,-.

Um dies zu finanzieren, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten:

  • Deine Hausärztin bzw. dein Hausarzt kann dir eine Überweisung schreiben.
    • In diesem Fall übernimmt die Krankenkasse EUR 28,- pro Sitzung. Du kannst dir in diesem Fall selbst eine Psychotherapeutin bzw. einen Psychotherapeuten auswählen, z. B. über die Helpline von BÖP oder auf psyonline.at. Vielleicht bekommst du auch eine Empfehlung von jemandem, der/die ebenfalls eine Therapie macht oder gemacht hat.
  • Deine Hausärztin bzw. dein Hausarzt kann dir eine Psychotherapie auf Krankenschein verordnen.
    • In diesem Fall werden alle Kosten von der Krankenkasse getragen. Allerdings ist der Andrang auf bezahlte Plätze sehr groß, es kann also sein, dass du bis zu einem Jahr warten musst, bis du mit der Therapie beginnen kannst. Zudem bist du in der Auswahl des Therapeuten/der Therapeutin eingeschränkt, da nicht alle Therapeutinnen und Therapeuten Kassenplätze anbieten.
  • Du wendest dich an den Psychotherapeutischen Bereitschaftsdienst oder an den VÖPP.
    • Dort gibt es eine Liste von Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten und Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in Ausbildung, die kostengünstigere Therapien anbieten.

Bist du nicht sicher, ob du eine Psychotherapie brauchst?

Wende dich am besten zuerst mal an eine Beratungsstelle in der Linkliste auf dieser Website.

Bist du aktuell in einer Krise?

Eine psychische Krise können zum Beispiel Selbstmordgedanken sein, Halluzinationen oder Panikattacken. Du bist mit einer Situation konfrontiert, die du alleine nicht mehr bewältigen kannst. Dein Denken dreht sich im Kreis. Du fühlst nichts mehr oder so stark, dass du damit nicht mehr umgehen kannst.

Wenn sich Freundinnen oder Freunde, Familienangehörige oder du dich in einer psychischen Krise befindest und nicht mehr weiter weißt, wende dich an eine Beratungsstelle in der Linkliste auf dieser Website oder ruf bei unmittelbarer Gefahr die Rettung unter der Notfallnummer 144.

Beratungsstellen Psychotherapie

Beratungen in den Bundesländern

Was ist der Unterschied zwischen Psychotherapie, Psychiatrie und Psychologie?

  • Psychotherapie: Eine Psychotherapeutin bzw. ein Psychotherapeut hat eine Ausbildung für Psychotherapie gemacht und begleitet Menschen ein paar Wochen bis zu mehreren Jahren. Es geht dabei immer um die persönliche Entwicklung und um die Minderung von Leid.
  • Psychiatrie: Eine Psychiaterin bzw. ein Psychiater hat Medizin studiert und die Fachrichtung Psychiatrie gewählt. Psychiaterinnen und Psychiater sind also immer auch Ärztinnen und Ärzte. Sie dürfen Medikamente verschreiben, wie z. B. Antidepressiva oder angstlösende und beruhigende Medikamente.
  • Psychologie: Eine Psychologin bzw. ein Psychologe hat Psychologie an der Uni studiert und arbeitet in diversen Tätigkeitsfeldern, die mit Menschen zu tun haben, z. B. in der Schulpsychologie oder in einem Krankenhaus.

Kostenlose Therapiestunden: Gesund aus der Krise

Das Projekt Gesund aus der Krise ermöglicht kostenlose psychologische oder psychotherapeutische Behandlungseinheiten im Einzel- oder Gruppensetting. Melde dich direkt auf der Website für einen Therapieplatz an.

Auswahl deines Therapieplatzes

Informiere dich über die Therapeutin bzw. den Therapeuten z. B. auf der Website. Kennt sie bzw. er sich mit deinen Problemen gut aus? Wie arbeitet die Person? Was wird es kosten?

Wenn du die Therapeutin bzw. den Therapeuten deiner Wahl gefunden hast, frage nach, ob du zu einem Erstgespräch vorbeikommen kannst. Dieses sollte kostenlos oder zumindest sehr günstig sein.

Du kannst auch bei mehreren Therapeutinnen bzw. Therapeuten ein Erstgespräch vereinbaren, damit du eine Auswahl hast.

Beim Erstgespräch klärst du:

  • Ist dir die Person sympathisch?
  • Fühlst du dich wohl und kannst du dir vorstellen, dass du der Person von deinen Sorgen erzählst?
  • Frage nach, mit welcher Methode sie bzw. er arbeitet, falls es nicht erwähnt wird, und lass sie dir gut beschreiben.
  • Frage nach den Kosten (falls du das nicht schon geklärt hast).
  • Kläre die Bedingungen. Manche Therapeutinnen bzw. Therapeuten möchten, dass man zu Beginn vier bis fünf Sitzungen fix vereinbart. Das musst du nicht tun, wenn du nicht willst.
  • Falls du dir unsicher bist, ob du dir eine Therapie bei dieser Person vorstellen kannst – oder wenn du mehrere Erstgespräche vereinbart hast, sag einfach, dass du eine Weile Bedenkzeit brauchst. Du musst nicht gleich einen neuen Termin vereinbaren, wenn du dir nicht sicher bist.