Qualität ist die Basis für wirksame und zukunftsorientierte Jugendarbeit. Sie beschreibt einen kontinuierlichen Prozess der Sicherung, Reflexion und Weiterentwicklung professioneller Standards und Angebote. Ziel ist es, junge Menschen in ihrer Entwicklung, ihrem Wohlbefinden und ihrer gesellschaftlichen Teilhabe zu stärken. Das gelingt durch fachlich kompetentes Handeln und durch Strukturen, die sich an den jugendlichen Lebenswelten orientieren.
Qualität als kontinuierlicher Prozess
Qualitätsentwicklung und -sicherung gehören zu den zentralen Grundlagen der außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit in Österreich. Sie stellen sicher, dass Angebote und Strukturen den Bedürfnissen junger Menschen entsprechen und pädagogisch fundiert gestaltet sind.
Da die außerschulische Jugendarbeit ein breites Spektrum an Aufgaben und Tätigkeiten umfasst, kommen unterschiedliche Instrumente zum Einsatz. Dazu zählen:
- allgemeine Standards und Qualitätskriterien
- Selbstevaluationen
- Wirkungsanalysen
- Dokumentationssysteme
- Qualitätsdialoge
Diese Instrumente unterstützen die fachliche Weiterentwicklung und machen Qualität messbar. Haupt- und ehrenamtliche Fachkräfte tragen durch ihr reflektiertes und professionelles Handeln wesentlich dazu bei, dass Qualität in der Jugendarbeit nicht nur gesichert, sondern auch im Alltag gelebt wird.
Qualität im europäischen und nationalen Rahmen
Auch auf europäischer Ebene wird die Bedeutung qualitätsvoller Jugendarbeit hervorgehoben. Bereits 2013 betonte der Rat der Europäischen Union in seinen Schlussfolgerungen, dass hochwertige Jugendarbeit wesentlich zur Entwicklung, zum Wohlbefinden und zur sozialen Inklusion junger Menschen beiträgt. Mit dem im Jahr 2017 veröffentlichten Handbuch „Verbesserung der Jugendarbeit – Ihr Leitfaden zur Qualitätsentwicklung“ bietet die Europäische Kommission konkrete Impulse und praxisnahe Unterstützung für eine systematische Qualitätsentwicklung.
Bundesjugendorganisationen, die gemäß Bundes-Jugendförderungsgesetz (B-JFG) eine Basisförderung erhalten, sind verpflichtet, die Qualität ihrer Arbeit kontinuierlich zu sichern, weiterzuentwickeln und transparent zu dokumentieren.
Qualität sichtbar machen
Wie Qualitätsentwicklung in der Praxis umgesetzt wird, zeigen verschiedene Netzwerke und Initiativen in Österreich:
Das bundesweite Netzwerk Offene Jugendarbeit (bOJA) definiert im Handbuch „Offene Jugendarbeit in Österreich“ Tools zur Qualitätsentwicklung in der Offenen Jugendarbeit wie zum Beispiel „Qualitätsdialoge“ zwischen Auftraggebenden, Systempartnern und in der Jugendarbeit Tätigen.
Das Bundesnetzwerk Österreichische Jugendinfos (BÖJI) definiert einen Qualitätskriterienkatalog und Qualitätsstandards für Jugendinformation auf nationaler und internationaler Ebene.
Die „Prinzipien für Kinder- und Jugendbeteiligung“ der Nationalen Arbeitsgruppe Jugenddialog und Jugendbeteiligung beschreiben die notwendigen Fragestellungen, die sich jedes qualitätsvolle Beteiligungsprojekt stellen sollte.
Die aufZAQ-Zertifizierung bietet die Möglichkeit, die Qualität von Bildungsangeboten der außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit unter Berücksichtigung des Kompetenzrahmens für die Kinder- und Jugendarbeit sichtbar, vergleichbar und anerkennungsfähig zu machen. Mit der aufZAQ-Zertifizierung bestätigt das Bundeskanzleramt, dass es sich um qualitativ hochwertige Bildungsangebote im non-formalen Bereich handelt.


