Foto eines männlichen Jugendlichen.

Im Interview erzählt Tobias, wie er sich als Schulsprecher einbringt und warum er davon überzeugt ist, dass sich das ehrenamtliche Engagement lohnt.

Interview mit Tobias, 17 Jahre, Oberösterreich

Was tust du, um dich einzubringen oder mitzugestalten?

Ich bin Schulsprecher der BHAK Perg. Die aktive Mitgestaltung am Zusammenleben ist keine Aufgabe weniger Entscheidungsträgerinnen und -trägern, sondern eine Aufgabe von uns allen als Mitglieder der Gesellschaft. Ich übernehme die klassische Vertretungsarbeit von meinen Schulkolleginnen und -kollegen.

Darüber hinaus ist mir aber auch wichtig, mit meinem Team Menschen zusammenzubringen. Wir veranstalten Turniere mit über 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern und fast doppelt so vielen Zuseherinnen und Zusehern. Ebenso produziere ich den schulinternen Podcast „HAK Hangout“.

Sicher sind es viele Stunden freiwillige Arbeit, aber es lohnt sich. Verschiedenste Kulturen, Religionen und Lebensweisen zu erleben und Vielfalt zu leben, ist, was unsere Gesellschaft ausmacht.

Wir dürfen nie aus den Augen verlieren, was wirklich zählt: die Menschen und ihre Geschichten. Machen wir diese Menschen und ihre Geschichten gemeinsam mit Engagement sichtbar.

Was motiviert dich, aktiv zu werden oder mitzureden?

Als Schulsprecher der BHAK Perg genieße ich das Privileg, Demokratie live miterleben zu können. Man mag glauben, dass die Position als Schulsprecher nur ein netter Bonus für den Lebenslauf ist.

Aber es ist viel mehr: Sich einer Wahl zu stellen, erfordert Mut. Mut, um Verantwortung zu übernehmen. Es ist eine Verantwortung, mit der auch ich lernen musste umzugehen.

Als Interessensvertreter sehe ich meine Pflicht darin, auch unangenehme Themen anzusprechen und diese zu debattieren. Gerade vor Autoritätspersonen, wie der Direktion oder den Lehrkräften, ist das nicht immer ein persönlicher Vorteil, aber zwingend notwendig.

Jeder und jedem muss Gehör verschafft werden, im Kleinen an einer Schule sowie im Großen auf nationaler und europäischer Ebene. Ich kann Ihnen von meiner Arbeit mitgeben, dass es gerade jetzt wichtiger ist denn je, laut zu sein, die Meinung kundzutun, trotz unangenehmen Gefühls.

Was nimmst du persönlich mit aus deinem Engagement – auch wenn du’s vielleicht nicht geplant hattest?

Ganz einfach kann man diese Frage mit „jede Menge Erfahrung“ beantworten. Doch es sind nicht nur „Erfahrungen“, es ist viel mehr. Es sind Learnings fürs Leben. Der Umgang mit meinem Team, die Kommunikation mit Stakeholdern, neu kennengelernte Tools oder die grafischen Skills sind. Die Aufgaben prägen mich, davon bin ich überzeugt.

Bestimmt werde ich in zehn Jahren zurückschauen und mir denken, das hätte ich besser machen können.

Aber ob ich es bereuen würde? Niemals. Sich ehrenamtlich zu engagieren, zahlt sich aus, und zwar immer. Davon bin ich überzeugt.

 

Das Interview wurde von JugendService des Landes Oberösterreich für die Broschüre „Du entscheidest“ durchgeführt.

Sich ehrenamtlich zu engagieren, zahlt sich aus, und zwar immer.

Tobias