(Aus)Zeit finden.

Leben
Andrea Krapf / 12.12.2019
Sanduhr mit kleiner Person drinnen

 „Durchs Leben hasten, kaum Zeit haben für einen Blick in den eigenen Kasten, zu tragen unbewusster Lasten und das alles nur um keinen Augenblick des – ach so kurzen Lebens – zu verpassen.“ (Andrea Krapf)

Welch wahre Worte – in unserem Zeitstrudel, geprägt von Stress und abermaliger Überzeugung, es gehe immer noch mehr und immer noch besser, verlieren wir oft den Blick auf die wesentlichen Dinge im Leben. Zeit für sich selbst? Sucht man vergebens in der Gebrauchsanleitung für einen „produktiv genutzten Tag“. Musikschule, Sportverein, daneben noch freiwillige Fächer in der Schule besuchen und sich dann auch noch nebenbei mit FreundInnen treffen? Am Wochenende von einem Event aufs nächste hasten, da noch auf den Berg, da noch eine Probe für ein Konzert die kommende Woche. Daneben vielleicht auch noch den Führerschein – den Grundstock fürs selbstständige Fahren, damit man noch mehr aus seiner Zeit herausholen kann – machen?

24 statt 48 Stunden?

Ohne einen Blick durch die rosarote Brille: Wieviel Zeit nehmen wir uns für uns selbst in diesem Zeitalter, das sich schneller bewegt als unsere Gedanken ihm überhaupt folgen können? Letztens hat sich eine interessante Fragestellung aus dem Philosophieunterricht in meinen Gedanken verfangen, hab sie nicht befreien können – wie würde ein Tag ausschauen, der nicht 24 sondern 48 Stunden hat? Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass dies wohl eine Fragestellung ist, die nicht, wie von vielen geglaubt, eine Verbesserung darstellen würde. Wir würden in unserem Zeitstrudel und unserer Hast nur noch mehr zeitraubende Aktivitäten in unsere Stunden packen.

Entspannen – aber richtig!

Was dabei oftmals fehlt: Zeit für uns selbst. Zeit, die wir uns nehmen sollten, uns bewusst mit der eigenen Persönlichkeit auseinanderzusetzten. Nur so kann man wachsen, nur so wird man sich weiterentwickeln und es schaffen, seinen Körper als einen Ruhepol, eine Insel der Auszeit empfinden zu können. Und nein, das muss nicht zwingend Yoga oder Meditation sein – hier muss jeder für sich seinen eigenen Weg finden. Denn – viele Aktivitäten sind zwar gut, zu viele können aber genau das Gegenteil bewirken – die Folge davon: Überforderung, enormer psychischer Druck, und das Gefühl, dass einem sein Leben davonhastet, ohne dass man die Möglichkeit hat, im Gleichschritt mithalten zu können.

Jeden Tag eine Lieblingsaktivität

Deswegen: Nehmt euch Zeit für euch selbst, auch wenn es nur fünf  Minuten sind. Schließt die Augen, hört tief in euch hinein was euch guttut, was euch erfüllt. Und für diese kleinen Dinge plant ihr ab sofort jeden Tag ein bestimmtes Zeitfenster ein, in dem ihr einfach nur ihr selbst sein könnt – denn zu einem sinnvollen Leben gehört nicht nur die Produktivität, sondern vielmehr auch das Achtgeben auf sich selbst.

Denn vergesst nicht: ihr habt nur dieses eine Leben – und neben „immer mehr, immer besser, immer schneller“ solltet ihr diese Herzensangelegenheit auf keinen Fall zu kurz kommen lassen!

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Jugendportal.at wurde zuletzt am 23.09.2022 bearbeitet.

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