Auszeit vom Alltag zwischen Enzian und Almrausch - Bergleben heißt die Devise.

Reisen
Andrea Krapf / 12.09.2019
Blick vom Berggipfel hinunter auf einen Bergsee

Eine Auszeit vom Alltag nehmen. Schritt für Schritt weg aus der vernetzten, technologischen Welt, in der man fast keinen Platz mehr für Auszeit und Entspannung findet. In der jeder Mensch mit dem anderen vernetzt ist und es kaum einen Platz mehr gibt, an dem kein öffentliches WLAN vorhanden ist.

Doch man findet sie noch - die Plätze ohne Internet, ohne jeglichen Handyempfang. Die Plätze der absoluten Ruhe, in denen man seinen Gedanken freien Lauf lassen kann und dabei nicht gestört wird. Und man kann sich sicher sein – je weiter man hinaufgeht, desto weniger Gedanken gehen einem durch den Kopf und man findet zu sich selbst, wie an keinem anderen Platz. Schritt für Schritt gehe ich hinaus aus meiner alltäglichen Gedankenspirale – und hinein in die Berge.

Warum die Berge so eine faszinierende Wirkung auf uns haben? In der enormen Reizvielfalt kann unser Gehirn – und damit auch wir selbst – nicht mehr so richtig abschalten. Die heimischen Alpen bieten einen kompletten Gegensatz zu unserer modernen Welt: Statt Millionenstädten mit enormem Verkehr, Werbung auf jeder Leinwand oder der virtuellen Welt des Internets wo gefühltermaßen kein Schritt unbeobachtet bleibt, gibt es auf der Alm höchstens Kühe und einen Wanderweg – und keine Sünd. (zumindest keine, die sofort im Netz landet), was natürlich nicht bedeutet, dass man sich in den heimischen Bergen alles erlauben darf. Retro würde man es wohl heute auch nennen – aber keinesfalls altmodisch. Deswegen zieht es auch immer mehr junge Menschen wieder in die Berge. 

Denn besonders die Generation, die praktisch mit dem Handy aufgewachsen ist, schätzt die Zeit in der Natur wieder mehr. Denn Bewegung an der frischen Luft ist nicht nur gesund fürs Köpfchen. Erst kürzlich hat eine Untersuchung der Medizinischen Privatuniversität Salzburg ergeben, dass sowohl das Herz-Kreislaufsystem als auch die Lunge von einem Aufenthalt in Wäldern oder an Wasserfällen, denen man auf einer Wanderung ja immer wieder begegnet, profitieren.

Außerdem tankt man bei einer Bergtour gute Laune, besonders an Sonnentagen hebt sich die Stimmung vieler Menschen: Und noch mehr heben sich die Mundwinkel, wenn man endlich am Gipfel steht und alle Anstrengungen vom Aufstieg vergessen werden: Diese Momente sind unvergesslich und bleiben mit Sicherheit noch lange in Erinnerung. Besonders beeindruckend sind auch die Sonnenuntergänge am Berg – die beste Möglichkeit, um solch einem einzigartigen Erlebnis beizuwohnen, stellt hierbei eine Übernachtung auf einer Almhütte dar. Hierbei gilt noch die Devise: Hier wird geredet und nicht am Bildschirm herumgetippt – mit etwas Glück und Offenheit kommt ihr hier fast immer mit interessanten Menschen ins Gespräch, die ihr ohne eine Bergtour vielleicht nie kennengelernt hättet.

Mein Tipp für euch: In der Natur lernen wir, uns wieder an kleinen Dingen zu erfreuen – nehmt euch dabei einmal eine bewusste Auszeit vom Handy und genießt die beeindruckende Flora und Fauna, die um euch erblüht und saugt das Gefühl des Berglebens in euch auf. Und eines können ich und der liebe Friedlich Stickler, von dem auch das folgende Zitat stammt, auf jeden Fall versprechen:

„Je höher du auf den Berg hinaufgehst, desto kleiner werden deine Sorgen. Dort oben entsteht eine Klarheit des Denkens, die nirgendwo anders möglich ist.“

Informationen zu schönen Wanderungen und Gipfelerlebnissen findet ihr auf:

 

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Jugendportal.at wurde zuletzt am 14.11.2019 bearbeitet.

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