About sharing ideas – Open Source

Kultur & Events
Miriam Hoffelner / 08.11.2017
Kathrin Schlager / 08.11.2017
Open Source Award

Wien: Eine schillernde Ballnacht – für unsere Bundeshauptstadt noch lange nichts Außergewöhnliches. Wenn die Gästeliste sich dann aus Namen von internationalen ComputerspezialistInnen zusammensetzt, wird die Sache aber interessant. IT-Professionals, die für einen rauschenden Ball sorgen. Utopie oder Realität? Vier junge Menschen haben bewiesen: Es ist sehr wohl möglich. Und so geschehen. Um genau zu sein, am 26. September im Wiener Museumsquartier. Nach der Open Source Award Verleihung – der ersten ihresgleichen in Österreich – wurde in Wien gefeiert. Langweilige Nerds? Seit diesem Abend ein veraltetes Klischee!

Open Source. Wohl einer jener Begriffe, die bei den durchschnittlichen Österreichern und Österreicherinnen völlige Unbekanntheit genießen. Daran müsste man auch nichts ändern, würde nicht unser funktionierendes Alltagsleben von Open Source abhängen. Da dem aber so ist, wird es nun Zeit für ein wenig Aufklärungsarbeit. Denn hinter dem fremdartigen Namen Open Source versteckt sich eine Vielzahl von Individuen. Diese entwickeln Ideen, vor allem in Form von Quellcodes auf ihren Computern. Sie programmieren, codieren, designen. Was diese Menschen nun mit unserem Leben zu tun haben? Eine einfache Antwort auf diese Frage liefert Coder und Mitveranstalter des Open Source Award Lukas Bachler: „Man kann keinen Computer aufdrehen, ohne auf Open Source zu stoßen.“ Denn die EntwicklerInnen, die mit Open Source arbeiten, horten ihre Ideen nicht. Sie teilen sie unentgeltlich mit der Welt, legen also ihre Quelldaten offen. Das heißt: Jeder kann sie verwenden, verändern, verbessern. Das macht den Open Source Gedanken aus.

Video von Youth Reporterin Kathrin Schlager

Vier junge engagierte ÖsterreicherInnen haben nun beschlossen, dass der Augenblick gekommen ist, einige dieser Individuen, die unsere digitale Welt erst möglich machen, ins Rampenlicht zu holen. Dazu wurde in Wien am 26. September im Zuge der DrupalCon Europe, einer internationalen IT-Messe, der Open Source Award mit anschließendem Ball organisiert.

Die vielversprechendsten Projekte wurden ausgezeichnet

Der Open Source Award prämierte die besten Projekte in den Bereichen OpenSoftware, OpenHardware und OpenData. Sonderpreise wurden an Projekte mit Fokus auf Diversity, Drupal und Jugend vergeben. Das 30-köpfige JurorInnen-Team musste aus einer Vielzahl von Einsendungen auswählen. „Wir hoffen, dass wir mit solchen Preisen mehr öffentliche Aufmerksamkeit bekommen und mehr Leute an das Thema annähern. Damit sie verstehen, was Open Source ist, worum es geht und dass jeder etwas beitragen kann und man dafür kein Entwickler, kein IT-Techniker sein muss“, so Mag. Ulrike Strommer, Mitarbeiterin bei Drupal Austria und Mitorganisatorin des Abends. 

 

Ein Wiedersehen mit alten Freunden

Laute Musik, spannende Lichtspiele, glückliche Gesichter, unkonventionelle Outfits. Das alles vereinte der mit dem Motto Open Minds versehene Ball in den Mumok Hofstallungen im Wiener Museumsquartier. Dieses Event, sowohl After Party für die Award-Verleihung als auch Welcome Party für die DrupalCon, war in sich einzigartig. Durch die parallel stattfindende DrupalCon waren die BesucherInnen keineswegs nur aus Österreich. Der Open Minds Ball gestaltete sich zu einem internationalen Fest. „For us, DrupalCon is a place where we literally meet people from all over the world that we have known for a long time and consider friends. So for us it is a reunion“, erklärte Paul Krisher, der mit seiner Freundin aus den Niederlanden angereist war.

Ein Ball gegen die Normen

Es gab keinen typischen Ballsaal und keinen Dresscode. Dies erlaubte den Gästen einerseits ein Kommen in legeren Jeans und andererseits to go over the top in auffälligen Kostümen. Eines der hinreißendsten Outfits des Abends hatten wohl Paul Krisher und seine Freundin Nancy Beers. Verkleidet als Kaiser und Kaiserin, mit weißer Perücke und extravaganten Gewändern zogen die beiden die Blicke der Menge auf sich. Zur Fanciest dressed-Liste des Open Source Awards geht's hier. Ein zweites extravagantes Bild lieferte der Moderator des Abends, Jeffrey A. McGuire. In einem Interview schwärmte er: „Dieses Gebäude gibt es seit hunderten Jahren und es ist trotzdem modern, die Kunst ist toll und die Akustik stimmt, es ist einfach schön.“ Die anderen Gäste waren nicht weniger angetan von der Atmosphäre. Von ruhigen zurückhaltenden Computerfachleuten keine Spur. Bis Mitternacht wurde ausgelassen zur Live Musik der Wiener Gruppe „Prater WG“ und dann zum Überraschungs-Act „Gudrun von Laxenburg“ getanzt.

Open Source Ball

er erste Open Source Award Österreichs und der Open Minds Ball haben für einen Abend erfolgreich ein gesellschaftsrelevantes Thema von einer Abseitsposition ins Rampenlicht befördert. Zwar ist mehr nötig, um die österreichische Bevölkerung über Open Source zu informieren, aber es war mit Sicherheit ein Schritt in die richtige Richtung. Während der Feier zeigte sich allerdings noch ein anderer Aspekt, der sich unbemerkt in die Halle eingeschlichen hatte: Die ganze Nacht tanzten Menschen aus den verschiedensten Teilen Europas miteinander, man schloss Kontakte, lachte und diskutierte. Daraus ergibt sich eine weitere Interpretationsmöglichkeit des Ballmottos Open Minds, die Paul Krisher in unserem Interview auf den Punkt brachte: „It´s about Open Source, it´s about sharing ideas and being open minded to people from other places, other cultures.“ Ein schöner Gedanke, ebenfalls von dieser gelungenen Ballnacht repräsentiert.

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Jugendportal.at wurde zuletzt am 21.03.2019 bearbeitet.

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